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Rundbrief Juni 22

Anmeldesystem Reloaded

Auch in den letzten Monaten war es meine Hauptarbeit, an der Webseite zu feilen. Ab kommendem Jahr wird es eine verbesserte Anmeldung für Freizeiten, Seminare, etc. geben.

„Nanu? Hast du das nicht schon letztes Jahr geschrieben? Warum muss da ständig was verbessert werden?“, mag sich der eine oder andere Leser fragen. Tatsächlich ist das Anmeldesystem eine der größten Baustellen. Das Originalsystem (das wir schon massiv ans kids-team angepasst haben) wird nicht mehr betreut und ist an vielen Stellen überladen und veraltet. Viele Fehler stecken irgendwo tief im System und werden erst durch Zufall von Benutzern gefunden. Darüber hinaus ist aber das Hauptproblem, dass man als Programmierer meistens davon ausgeht, dass sich jeder, der einen Browser bedienen kann, mindestens genauso gut mit Computern auskennt, wie man selbst. Um dann festzustellen, dass es Menschen gibt, nicht wissen, was ein Browser ist.

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Bei der neuen Anmeldung steht Bedienungsfreundlichkeit im Vordergrund.

Aber geht es uns als Missionare (und jeder Christ sollte einer sein!) oft nicht ähnlich? Wir reden wie selbstverständlich über Sünde, Rechtfertigung oder Königskinder und merken nicht, dass unser Gegenüber den Unterschied zwischen Altem und Neuem Testament nicht kennt. Vor allem wenn wir mit Kindern reden, müssen wir uns bewusst machen, dass viele der uns vertrauten Begriffe und Denkweisen bei unserem Gegenüber nicht vorhanden sind.

Einsatz im Park

Wenn wir wollen, dass Menschen zu Jesus finden, dürfen wir es nicht unnötig kompliziert machen. Jesus hat nie lange theologische Vorträge gehalten. Er hat oft in Gleichnissen geredet. Und wenn er einem Theologen gegenüber saß, hat er die Themen trotzdem so einfach formuliert, dass es eigentlich jedes Kind begreift. Nur die Theologen haben es oft nicht begriffen (ich denke da z.B. an Nikodemus).

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Puppenbühne beim Einsatz in Salzburg

Beim jüngsten Parkeinsatz habe ich eine Predigt für Kinder gehalten. Mir fällt das nicht leicht, weil ich selbst gerne zu kompliziert und zu theologisch denke. Aber ich denke, es hat trotzdem ganu gut funktioniert. Danach kam ein (erwachsener) Mann zu mir und meinte: „Manchmal verstehe ich die Kinderpredigten besser als die für Erwachsene, weil da nicht so viel auf einmal gesagt wird. Ein Thema, eine einfache Aussage“.

Ich merke immer mehr, dass das eine tiefe Sehnsucht bei vielen Menschen ist. In dieser komplizierte Welt endlich etwas einfaches zu haben. Wir sind täglich gezwingen, uns mit hochkomplexen Zusammenhängen auseinanderzusetzen: Jeder von uns meint, Politologe, Virologe und Klimatologe werden zu müssen, um mitreden zu können. Kein Wunder, dass Verschwörungstheorien, die einfache Antworten liefern, auf so fruchtbaren Boden fallen. Wir wollen es gerne einfach.

Dabei konnten wir dankbar sein, dass das Parkfest überhaupt so gut funktioniert hat. Krankheitsfälle haben uns im Vorfeld das Leben schwer gemacht, und es hat sich mal wieder gezeigt, dass ein Missionwerk nur gut funktioniert, wenn man spontan ist und Mitarbeiter hat, auf die man sich verlassen kann.

Dieses Jahr keine Bergfreizeit

Schweren Herzens mussten wir die Bergfreizeit dieses Jahr absagen – aus Mangel an Teilnehmern. Ein Konzept, das in der Gemeinde bisher gut funktioniert hat, lässt sich offenbar nicht beliebig anwenden. Trotzdem werden wir im nächsten Jahr ein neues Angebot haben, wobei wir überlegen werden, was wir ändern können, um mehr Jugendliche zu gewinnen. Dabei beschäftigen uns natürlich Fragen wie:

Wenn du Ideen hast, kannst du uns die natürlich gerne mitteilen!

Nichtsdestotrotz werden wir auf der Teenagerfreizeit und am Walchsee ein paar Bergangebote im Programm haben. Nicht, weil man in Österreich nichts anderes tun sollte, als auf Berge zu steigen, sondern weil wir hier einen unheimlich wertvollen Schatz haben. Die Berge können uns eine Menge für’s Leben beibringen. Zusammenhalt, Vertrauen, Ängste überwinden, die Schöpfung bestaunen, sich etwas zutrauen und Erfolg feiern können: Vieles davon können wir im Alltag nicht mehr in dieser Intensität erleben. Dabei sind es gerade Grenzerfahrungen, die auch unseren Glauben stärken können und uns in unserer Medienübersättigten Welt wieder etwas echtes liefern, etwas zum anfassen, etwas das nicht verschwindet, wenn der Bildschirm ausgeht.